Schlumprecht, Karl

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Karl Schlumprecht

Dr. iur

* 20. 04. 1901 Fürth, † 31. 03. 1970 München; kath., 1939 Kirchenaustritt.

 

1907 – 1915 Volksschule und Humanistisches Gymnasium in Fürth, 1915 – 1920 Bayerisches Kadettenkorps (München), 10. 03. – 01. 07. 1919 Freikorps Epp (München), 1920 Bayerische Schützenbrigade (Ruhrgebiet), Juli 1920 Reifeprüfung am Wittelsbacher-Gymnasium in München, 1920 – 1925 Studium der Rechtswissenschaft in München (Corps Arminia), Berlin und Erlangen, 1920 Werkstudent in einer Dortmunder Brauerei, 1921 – 1923 Werkstudent in Holland und in den USA, 10. 09. 1925 – 15. 04. 1929 juristischer Vorbereitungsdienst als Rechtspraktikant in Nürnberg und München, Nov. 1928 Große juristische Staatsprüfung.

1929 Promotion in Erlangen (Diss.: "Der Begriff der Gefahr und seine Verwertbarkeit für die Gefährdungshaftung"), 15. 04. 1929 Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg und den Amtsgerichten Lauf und Garmisch, 16. 07. 1929 Grundbuchbeamter bei dem Amtsgericht Garmisch, 01. 10. 1929 – 31. 03. 1932 Zweiter Staatsanwalt bei dem Landgericht Deggendorf, 01. 04. 1932 – 09. 03. 1933 Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Augsburg.

10. 03. – April 1933 Personalreferent und persönlicher Adjutant des kommissarischen Staatsministers des Innern, 26. 04. 1933 – April 1937 Oberbürgermeister der Gauhauptstadt Bayreuth, April 1937 nach Differenzen mit Gauleiter Fritz Wächtler als Oberbürgermeister zurückgetreten, 05. 04. 1937 Ministerialdirektor im bayerischen Staatsdienst, Leiter der Abteilung Energieversorgung im Staatsministerium der Finanzen und der Abteilung für Handel, Industrie und Gewerbe im Staatsministerium für Wirtschaft sowie zur besonderen Verwendung des Ministerpräsidenten Ludwig Siebert, Okt. 1938 zeitweilig Leiter der Wirtschaftsabteilung bei dem Chef der Zivilverwaltung in Karlsbad.

Sept./Okt. 1939 Leiter der Wirtschaftsverwaltung bei dem Stab der 10. Armee und Vertreter des Stellvertretenden Verwaltungschefs des Militärbezirks Krakau(1), 01. 09. 1940 zum Staatsministerium für Wirtschaft versetzt, Mai 1941 auf Ersuchen des Reichswirtschaftsministers zur Verwendung in den besetzten Westgebieten zur Verfügung gestellt, 10. 07. 1941 – 19. 04. 1943 Kriegsverwaltungschef und Leiter der Wirtschaftsabteilung bei dem Militärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich, 19. 04. 1943 aus dem Militärverhältnis entlassen, danach wieder im Staatsministerium für Wirtschaft.

07. 07. 1943 – 12. 04. 1944 allgemeiner Vertreter des mit der Führung der Geschäfte des Bayerischen Ministerpräsidenten beauftragten Gauleiters Paul Giesler, zugleich mit der Führung des Staatsministeriums für Wirtschaft beauftragt, 06. 03. 1944 zum Bayerischen Staatsministerium des Innern versetzt, 28. 03. 1944 beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs(2) des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.

08. 05. 1945 – 09. 06. 1948 interniert, 12. 06. 1945 förmliche Dienstenthebung, Anfang 1948 nach Belgien ausgeliefert, 13. 08. 1948 durch die Spruchkammer München VI in die Gruppe III ("Minderbelastete") eingestuft, 12. 11. 1948 durch Beschluß des Bayerischen Kassationshofs aufgehoben, 20. 12. 1948 durch die Spruchkammer München I in die Gruppe IV ("Mitläufer") eingestuft und mit 500 DM Geldbuße belegt, später in München wohnhaft und u. a. beim Bayerischen Gemeindetag beschäftigt, 01. 03. 1956 Aberkennung der Ernennung zum Ministerialdirektor durch Bescheid der bayerischen Staatsregierung wegen zu enger Verbindung mit dem Nationalsozialismus.

 

1920 – 1930 DNVP, 01. 12. 1930 NSDAP (Nr. 375.774), Febr. 1931 Gauredner der NSDAP, März 1931 Reichsredner der NSDAP, Juli 1932 erfolglose Kandidatur zum Reichstag, April – 14. 10. 1933 MdL-Bayern, Nov. 1933 – 1945 MdR, 01. 10. 1933 Allgemeine SS (Nr. 47.325), 1934 – April 1937 Gauamtsleiter des Amtes für Kommunalpolitik des Gaus Bayerische Ostmark der NSDAP (Bayreuth), 15. 06. 1934 SS-Untersturmführer, 15. 06. 1934 – 01. 11. 1935 ehrenamtlicher SS-Führer im SS-Sturm 1/I/41, 01. 11. 1935 – 11. 09. 1938 ehrenamtlicher SS-Rangführer bei dem SS-Abschnitt XXVIII (Bayreuth), 24. 12. 1935 SS-Obersturmführer, 30. 01. 1936 SS-Hauptsturmführer, 30. 01. 1937 SS-Sturmbannführer, 11. 09. 1938 SS-Obersturmbannführer, Okt. 1939 SS-Standartenführer (mit Patent vom 20. 04. 1939), 30. 01. 1944 SS-Oberführer, 22. 03. 1944 SS-Brigadeführer.

 

Q.: Lilla, Bayerischer Landtag Nr. 497.
Bildnachweis: Amtliches Handbuch der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtags. München 1933. S.111.

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 125445970

 

 


(1) Für die im Tenor des Spruchkammerurteils vom 13. 08. 1948 (evtl. zur Irreführung?) behauptete zeitweilige Tätigkeit als "Vertreter des Oberpräsidenten von Schlesien" (BayHStA München, MInn 84865) findet sich kein Beleg.
(2)
Die Frage, ob Schlumprecht tatächlich zum Staatssekretär ernannt worden war, wurde 1948 von der Spruchkammer München I eingehend erörtert und im Hinblick auf die Tatsache, dass es zu dieser Zeit in Bayern keine Staatssekretäre mehr gegeben habe, abschließend verneint (vgl. Urteilsbegründung, Bl. 2 f.).

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Schlumprecht, Karl, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/schlumprecht-karl> (10. Oktober 2012).

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