Schäffer, Friedrich (Fritz)

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Friedrich Schäffer

* 12. 05. 1888 München, † 29. 03. 1967 Berchtesgaden; kath.

 

1894 – 1898 Volksschule Ingolstadt, 1898 – 1900 Gymnasium in München, 1900 Bischöfliches Studienseminar mit humanistischem Gymnasium Neuburg a. d. Donau, 1907 Abitur, 1907 – 1911 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München (1908 Burschenschaft Apollo), Juli 1911 Abschlußprüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst, dann Referendardienst, Aug. 1914 – März 1915 juristischer Vorbereitungsdienst, 29. 03. 1915 – Mai 1916 Kriegsdienst als Kriegsfreiwilliger Soldat (bayerisches Infanterie-Leibregiment- Einsatz in Tirol, Serbien und der französischen Front), 1916 nach einer Kriegsverletzung Aufenthalt im Lazarett bzw. Genesungsheim.

Dez. 1916 Staatskonkurs (Prädikatsexamen), 24. 04. 1917 Regierungsakzessist bei dem Bezirksamt München, 01. 09. 1917 Geschäftsaushilfe bei dem bayerischen Staatsministerium des Innern, 01. 12. 1917 – Juni 1920 Bezirksamtsassessor in Kelheim (Dienstantritt 03. 04. 1918), Mai 1919 im Sonderauftrag bei der Polizeidirektion München, 01. 05. 1920 Regierungsrat im Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 01. 10. 1923 Regierungsrat I. Klasse, 01. 10. 1928 Rang und Titel eines Oberregierungsrats, 01. 01. 1930 Oberregierungsrat, 16. 09. 1931 Staatsrat im Staatsministerium der Finanzen und (bis 16. 03. 1933) mit dessen Leitung beauftragt (mit Sitz und Stimme im Ministerrat), Bevollmächtigter Bayerns zum Reichsrat.

10. 03. 1933 frühmorgens aus seiner Wohnung ins "Braune Haus" geholt, dann wieder entlassen, 17. 03. 1933 als Staatsrat beurlaubt, zum 01. 04. 1933 durch den kommissarischen bayerischen Ministerrat "auf Wartegeld … unter Vorbehalt seiner späteren Wiederverwendung gesetzt", 25. 06. – 05. 07. 1933 anläßlich der Aktion gegen die BVP in Schutzhaft im Polizeigefängnis München bzw. in Stadelheim, 20. 03. 1934 (zum 01. 04.) i. R. mit der Pension eines Oberregierungsrats,.

20. 07. 1934 (Vereidigung 31. 07.) Zulassung als Rechtsanwalt in München, als solcher vornehmlich tätig für das Kloster Scheyern und die "Arbeitsgemeinschaft katholischer Unterrichts- und Erziehungsanstalten Bayerns (Ordensschulzentrale)" bzw. nach deren Auflösung 1941 für das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising, Juni 1939 verzeichnet in der SD-Übersicht "Erfassung führender Männer der Systemzeit (Konfessionelle Parteien)", Aug. 1944 im Rahmen der Aktion "Gewitter" erneut festgenommen, 24. 08. – 08. 10. 1944 Schutzhaft im KZ Dachau, bei Kriegsende in Ostermünchen bei Rosenheim.

28. 05. – 28. 09. 1945 bayerischer Ministerpräsident, zugleich Staatsminister der Finanzen, 24. 04. 1946 – 26. 01. 1948 politisches (und zeitweise auch berufliches) Betätigungsverbot durch die Militärregierung 18. 02. 1947 rehabilitiert, dann wieder Rechtsanwalt in München, 15./20. 09. 1949 – 22. 10. 1957 Bundesminister der Finanzen, 22. 10. 1957 – 07. 11. 1961 Bundesminister der Justiz.

 

BVP, 1920 – [vor Okt.] 1933 MdL-Bayern (BVP), 1924 – 1933 Vorsitzender des BVP-Kreisverbands München, 04. 05. 1929 – 1933 BVP-Vorsitzender, 1945 Mitbegründer der CSU, 1945 - 1946 Mitglied des Vorläufigen Landesausschusses der CSU, 1946 kurzzeitig Vorsitzender des CSU-Bezirksverbands München, 1946 Mitglied des Beratenden Landesausschusses, Febr. – Sept. 1948 Vorsitzender des CSU-Bezirksverbands Oberbayern, 14. 09. 1948 Parteiaustritt, zeitweise Annäherung an die Bayernpartei, Mitte 1949 Wiedereintritt in die CSU, 1949 – 1961 MdB (CSU), 1949 kurzzeitig Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, 1949, 1954 (entschuldigt), 1959 Mitglied der Bundesversammlung.

 

Q.: Lilla, Bayerischer Landtag Nr. 482; Ziegler, Held IV.
Bildnachweis: Amtliches Handbuch der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtags. München 1929. S.117.

 

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 118748297

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Schäffer, Friedrich (Fritz) , in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/schaeffer-freidrich> (09. Juli 2013).

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