Rohmer, Gustav

Dr. iur.

* 27. 10. 1868 Nördlingen, † 14. 03. 1946 München; evang.

 

1874 – 1877 Volksschule, 1877 – 1882 fünfklassige Lateinschule, ab 1882 Melanchthon-Gymnasium in Nördlingen, 1886 Abitur, 1886 – 1890 Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen  (1886 – 1888, 1886 Burschenschaft Germania), Berlin (1888 – 1889) und München (1889/90), Ende 1892 Promotion in Erlangen (Diss.: "Die rechtliche Natur des Standesherrlichen Steuer-Vorrechts und sein Umfang nach dem Staatsrechte Bayerns"), 01. 10. 1890 – 1891 Einjährig-Freiwilliger bei dem 4. Bayer. Feld-Artillerie-Regiment "König" in Augsburg, Reserveoffizier; 1890 und 1891 – 1894 Praxis, u. a. bei dem Amtsgericht Nördlingen, Dez. 1894 Staatskonkurs (in den Konkurs von 1893 eingereiht; 16/303).

Dann Konzipient bei einem Rechtsanwalt, 1895 Akzessist bei der Regierung von Oberbayern (KdI), 01. 09. 1896 Bezirksamtsassessor in Königshofen, 01. 04. 1898 zur zunächst vorübergehenden Dienstleistung in das Staatsministerium des K. Hauses und des Äußern einberufen, 16. 08. 1902 Legationssekretär I. Kl., 01. 07. 1906 Legationsrat, 01. 04. 1910 Geheimer Legationsrat II. Kl., 01. 10. 1912 Ministerialrat im Staatsministerium des Äußern, 16. 09. 1914 – 1916 Kriegsdienst bei der 6. bayerischen Reserve-Division, 1916 Batterieführer im bayerischen Reserve-Feldsartillerie-Regiment Nr. 6, 01. 09. 1916 auf drei Monate vom Hereresdienst beurlaubt, dann als Major d. R.

Sektionschef im Kriegsministerium, ab 07. 10. 1917 (bis 31. 03. 1918) zur Tätigkeit im Staatsministerium des K. Hauses und des Äußern beurlaubt, 01. 01. 1918 – Febr. 1919 zugleich stellvertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat mit Wohnsitz in Berlin, 16. 04. 1918 Ministerialdirektor (als Leiter der bayerischen Wirtschaftsstelle, ab Mitte 1921 "Staatliche bayerische Wirtschaftsstelle in Berlin"), Febr. 1919 stellvertretendes Mitglied Bayerns im Staatenausschuss, Aug. 1919 – 30. 06. 1928 stellvertretender Bevollmächtigter Bayerns zum Reichsrat, 01. 01. 1922 Titel und Rang eines Staatsrats, 01. 07. 1928 Regierungspräsident von Mittelfranken (ab 01. 01. 1933 von Oberfranken und Mittelfranken infolge Zusammenlegung beider Regierungen), 01. 04. 1933 (zum 16. 04.) i. R. (Ansuchen "wegen Veränderung der politischen Verhältnisse" nahegelegt), auf Antrag vom 05. 04. ab 09. 04. "stillschweigend" beurlaubt, später in München wohnhaft.

 

06. 08. 1906 stellvertretendes Mitglied (1910 Mitglied) bei dem Kompetenzsenat des Verwaltungsgerichtshofs, 1906 Lehrbeauftragter (Vertretung von Professor Max Haushofer), 26. 07. 1910 Honorarprofessor an der TH München, 1918 Mitglied des Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsverbands, 1919 Vertreter des bayerischen Landeshilfsvereins vom Roten Kreuz bei dem Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz und bei dem Gesamtvorstand der Kaiser-Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden, 1921 Aufsichtsrat bei der Reichstreuhandgesellschaft, 1931 Beisitzer bei dem Reichswirtschaftsgericht und Beisitzer bei dem Kartellgericht (Gruppe der Vertreter des Gemeinwohls), später Sachverständigenbeisitzer, 1933 Mitglied des Vorstands der Coburger Landesstiftung, Mitgründer mehrerer Gesetzes-Kommmentare zu gewerberechtlichen Vorschriften.



Q.: Lilla, Reichsrat Nr. 592; Nöth/ Rupprecht, S. 339–346 (Herbert Schott).

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 116598158

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Rohmer, Gustav, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/rohmer-gustav> (11. September 2012).

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