Naumann, Erich

* 29. 04. 1905 Meißen, † 07. 06. 1951 Landsberg am Lech (gehenkt); evang., 1935 Kirchenaustritt.

 

1911 – 1921 mittlere Bürgerschule in Meißen, kaufmännische Lehre, dann Angestellter und (zuletzt, bis Okt. 1933) Prokurist einer Firma in Meißen.

01. 11. 1933 Übernahme als hauptamtlicher SA-Führer, und (bis 17. 11. 1933) mit der Führung der SA-Standarte 101 (Meißen) beauftragt, 17. 11. 1934 – 08. 08. 1934 (bis 25. 04. 1934 mit der Führung beauftragt) Führer des SA-Hochschulamts Dresden, 25. 03. 1934 SA-Obersturmbannführer, 08. 08. 1934 – 30. 06. 1935 Hochschulverbindungsführer bei dem Chef des Ausbildungswesens der SA in Dresden, 03. 07. 1935 hauptamtlicher Führer im SD-Hauptamt, SS-Sturmbannführer, zunächst (bis Juli 1936) Abteilungsleiter in der Hauptabteilung III (SD-Ausland), 23. 04. 1936 SS-Obersturmbannführer.

Juni 1936 – 30. 09. 1937 mit der Führung des SD-Unterabschnitts Franken (Nürnberg) beauftragt, 09. 11. 1936 SS-Standartenführer, 01. 10. 1937 – 30. 09. 1938 mit der Führung des SD-Oberabschnitts Nord (Stettin) beauftragt, ab März 1938 zugleich mit der Führung des SD-Oberabschnitts Österreich (Wien), 20. 04. 1938 SS-Oberführer, 01. 08. 1938 Führer des SD-Oberabschnitts (23. 09. 1939 SD-Leitabschnitt) Ost (Berlin).

02. 09. – 20. 11. 1939 Führer der Einsatzgruppe VI der Sicherheitspolizei und des SD bei dem Militärbefehlshaber in Posen, 08. 10. 1939 – 04. 09. 1943(1) Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD im Wehrkreis III (Berlin), 08. 05. 1940 – 15. 03. 1941 Kriegsdienst bei der Waffen-SS, Einsatz bei der SS-Totenkopf-Divison in Frankreich (zuletzt SS-Oberscharführer d. R. und Reserve-Führeranwärter der Waffen-SS), dann (bis Okt. 1941) SS-Führer im Stab der Einsatzgruppe B (Minsk/Smolensk), 01. 11. 1941 – März 1943 Führer der Einsatzgruppe B, 16. 05. 1942 Oberst der Polizei, 09. 11. 1942 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei, März – 04. 09. 1943 zugleich Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD im Wehrkreis II (Stettin).

04. 09. 1943 – 19. 05. 1944 Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD für die besetzten niederländischen Gebiete (Den Haag), zugleich politischer Referent bei dem Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, 19. 05. 1944 unter Enthebung von seiner bisherigen Dienststellung mit Wirkung vom 01. 06. 1944 nach Nürnberg versetzt, 01. 06. 1944 – 20. 04. 1945 Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD im Wehrkreis XIII (Nürnberg), mutmaßlich ab Dez. 1944 auch Kommandeur der Sicherheitspolizei in Nürnberg.

1945 kurzzeitig in Gefangenschaft, aus dem Lager Cham unter falschem Namen entlassen, dann landwirtschaftlicher Arbeiter, zuletzt in Kirchweidach, April 1947 verhaftet, Juni 1947 – März 1948 durch Beamte des Office of the US Chief of Counsel for the Prosecution of Axis Criminality (OUSCCPAC) vernommen, 15. 09. 1947 – 10. 04. 1948 Angeklagter im Nürnberger "Einsatzgruppen-Prozeß" (Fall 5), 10. 04. 1948 zum Tode durch den Strang verurteilt, März 1949 Bestätigung des Urteils durch US-Militärgouverneur Lucius D. Clay, 30. 01. 1951 (trotz der von einer "Abordnung des Deutschen Bundestages" erbetenen Amnestierung der noch in Landsberg einsitzenden Kriegsverbrecher) erneute Bestätigung des Urteils durch Clay wegen der "Ungeheuerlichkeit der Verbrechen", 07. 06. 1951 in Landsberg hingerichtet.

 

01. 11. 1929 NSDAP (Nr. 170.257), 01. 02. 1930 SA, Sept. 1931 - Okt. 1933 (bis Dez. 1931 beauftragter ) Führer de SA-Sturmbanns IV/5, 1931 – 1933 Teilnehmer an Grenzschutzlehrgängen und militärischen Lehrgängen, 01. 01. 1932 SA-Sturmbannführer, 03. 07. 1935 SS (Nr. 107.496).

 

Q.: Schulz/Zinke Bd. 3.
Portrait: Die Generäle der Waffen-SS und der Polizei. Bissendorf 2008. Band 3. S.292.

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 12940716X

 

 


(1) Jan. 1941 – April 1943 durch einen Ständigen Vertreter ersetzt.

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Naumann, Erich, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/naumann-erich> (20. September 2012).

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