Knoch, Sigmund

Dr. iur.

*30. 06. 1881 Gunzenhausen, † 20. 01. 1945 Lenggries; prot.

 

1900 - 1904 Studium der Rechtswissenschaften in München, Lausanne und Würzburg, dort Examen am 21. 07. 1904, 01. 09. 1904 – 03. 09. 1907 juristisches Praktikum bei dem Amtsgericht Miesbach (01. 09. 1904 - 01. 06. 1905), Landgericht Traunstein (01. 06. - 01. 09. 1905 und 01. 01. - 01. 03. 1906), Landgericht Berlin II (01. 09. 1905 - 01. 01. 1906), Bezirksamt Miesbach (01. 03. 1906 - 01. 03. 1907), Rechtsanwalt Dr. Neithardt in München (01. 03. - 01. 09. 1907):

1907 Staatskonkurs (Oberbayern, 67. unter 322 Kandidaten), 12. 02. 1908 – 04. 01. 1909 Bezirksamt Miesbach (01. 11. – 15. 12. 1908 außerordentlicher Geschäftsurlaub zum Besuch des Kölner Herbstkurses für rechts- und staatswissenschaftliche Fortbildung bzw. für die hieran angeschlossene Instruktionsreise nach Lothringen und ins Saarrevier, 05. 01. 1909 Praktikant bei der Regierung von Oberbayern (Kammer des Innern), 01. 03. 1909 Akzess bei der Regierung von Oberbayern (Kammer des Innern), 08. 04. 1909 behufs Übernahme der Stelle eines rechtskundigen Hilfsarbeiters beim Bayerischen Landwirtschaftsrat auf 2 Jahre (ab 16. 04. 1909) beurlaubt, 1909/10 erfolglose Gesuche um Übernahme in den Kolonialdienst, ab 01. 01. 1912 wieder in der Regierungspraxis, 01. 10. 1912 Bezirksamtsassessor beim Bezirksamt Laufen.

August ­– Dezember 1914 zur Aushilfe bei dem Bezirksamt Berchtesgaden, ab 29. 12. 1914 bei der deutschen Zivilverwaltung in Belgien, zuerst ca. ein Jahr als Zivilkommissär in Neufchâteau (Provinz Luxemburg), dann als Hilfsarbeiter bei der Zentralverwaltung in Brüssel (landwirtschaftliche Abteilung), 01. 10. 1917 Titel und Rang eines Bezirksamtmanns für die Dauer der Verwendung bei der Zivilverwaltung in Belgien.

01. 12. 1918 bei der Regierung der Pfalz zur besonderen Verwendung (politischer Referent bei der Kreisregierung, diente als Kontaktmann des bayerischen Außenministeriums zu den Besatzungstruppen wegen seiner hervorragenden Französisch-Kenntnisse), März 1919 Gesuch (abgelehnt) um eine Übernahme ins Auswärtige Amt, 01. 09. 1919 zugleich bayerischer Vertreter bei dem Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete (bis zur Suspendierung des Reichskommissariats durch die Rheinlandkommission im April 1923), 1920 Ablehnung der ihm angeboten Stellen als Vortragender Rat (Ministerialrat) im Auswärtigen Amt bzw. als Referent im Reichsministerium des Innern (weil er sich nicht von der Pfalz trennen wollte), 01. 03. 1921 Regierungsrat I. Kl. mit Titel und Rang eines Gesandtschaftsrates für die Dauer seiner Verwendung als politischer Referent bei der Regierung der Pfalz (Rangerhöhung offenbar von Winterstein erwirkt).

1923 aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen (und mit Dienstsitz in Heidelberg für die Pfalz tätig), 20. 01. 1926 Referent bei dem (wiedererrichteten) Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz und aus dem bayerischen Staatsdienst beurlaubt, 16. 03. 1927 Wirklicher Legationsrat ebd., nach der Auflösung des Reichskommissariats zum 01. 10. 1930 Problem seiner Weiterverwendung (Weiterverwendung im Reichsdienst und Wiederanstellung in Bayern waren nicht möglich), 09. 01. 1931 (auf Vorschlag des Auswärtigen Amtes) erfolglose Bewerbung um die ausgeschriebene Stelle eines Chefs des Inneren Dienstes im Sekretariat des Völkerbunds in Genf, 21. 05. 1931 Feststellung von Staatsrat Bleyer, dass Knoch zwar als bayerischer Beamter Gehalt beziehe, aber keinen Dienst tue, Vorschlag der Verwendung im Geschäftsbereich des Staatsministeriums des Innern  (abgelehnt).

Ab 01. 06. 1932 im Staatsministerium des Äußern, Abt. Wirtschaft und Arbeit, verwendet, 01. 04. 1933 Oberregierungsrat (1) (und als Nachfolger des Pfalzkommissars Heinrich Jolas vorgesehen, Antritt der Stelle durch Intervention des Gauleiters Bürckel verhindert), dann in der Staatskanzlei, 17. 06. 1933 in den zeitweiligen Ruhestand versetzt, 01. 01. 1934 dauernder Ruhestand gemäß § 6 BerBG, 27. 08. 1939 erfolgloses Gesuch um Wiederverwendung.

 

Q: BayHSTA StK 4147 (früher MA 94147), MInn 64462 und Einleitung zum Repertorium "Reichskommissariat für die besetzten rheinischen Gebiete" (2000) (5); LandesA Speyer H 2 (Regierung der Pfalz, Präsidium, Personalakte Nr. 374: Qualifikationsliste für Sigmund Knoch (Laufzeit bis 1916); Karl Heinrich Pohl, Bayern contra Stresemann. Die Aktivitäten des Gesandtschaftsrates Dr. Knoch, die besetzten bayerischen Gebiete und die deutsche Sicherheitspolitik. Ein Beitrag zu den innenpolitischen Auseinandersetzungen um die deutsche Außenpolitik 1925, in ZBLG 42 (1979), S.351–368; Gembries (lt. Register).

 

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 116258357

 

 


(1) Ernennung vom 01. 03. 1933, Knoch sollte zum 01. 07. 1933 planmäßig zum Regierungsdirektor befördert werden. – Knoch führte laut einer Übersicht von 02. 05. 1933 weiterhin den Titel Gesandtschaftsrat.
(2) Weitere einschlägige Archivalien zur Biographie Knochs: MA 107 738–107743 (Berichte Knochs als bayerischer Vertreter beim Reichskommissariat Koblenz), MA 107 641 (Ausweisung aus der Pfalz), MA 107 724 (Stelleneinrichtung beim Reichskommissar), MA 108426 (Kontakte zu englischen und amerikanischen Besuchern in der Pfalz und zur englischen Friedensbewegung), MA 95 272 (Gesuch Knochs 1909/10 beim AA in Berlin um Aufnahme in den Konsulatsdienst).

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Knoch, Sigmund, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/knoch-sigmund> (10. September 2012).

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