Isselhorst, Erich

Dr. iur.

* 05. 02. 1906 St. Avold/Lothringen, † 23. 02. 1948 Strasbourg (hingerichtet).

 

April 1912 – März 1916 Volksschulen in Dortmund, Recklinghausen und Düsseldorf, April 1916 – März 1925 Staatliches Hohenzollern-Gymnasium in Düsseldorf, März 1925 Abitur, 01. 05. 1925 – 30. 04. 1927 Volontär und Angestellter bei der Firma Pohlsche Gummi Asbest GmbH, Düsseldorf-Rath, 01. 05. 1927 – Nov. 1930 Studium der Rechtswissenschaften in Köln und München (23. 07. – 12. 11. 1927 und 01. 08. – 31. 10. 1929 als Werkstudent beschäftigt bei der Landesversicherungsanstalt der Rheinprovinz in Düsseldorf, 02. 03. – 31. 10. 1928 in der Plangeschen Mehlmühle in Düsseldorf), 01. 12. 1930 1. juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Düsseldorf, 22. 12. 1930 Gerichtsreferendar am Oberlandesgericht Düsseldorf, 12. 06. 1931 Promotion in Köln (Diss.: "Die Schlichtungsnotverordnung"), 07. 06. 1932 – 30. 04. 1934 als Referendar bei Rechtsanwalt Wenzel in Düsseldorf, 27. 09. 1934 große juristische Staatsprüfung ("voll befriedigend").

03. 10. 1934 Gerichtsassessor, 15. 10. 1934 – 13. 02. 1935 hauptamtlicher Referent bei dem SD-Oberabschnitt West in Düsseldorf, 14. 02. – 01. 04. 1935 zur probeweisen Beschäftigung bei dem Geheimen Staatspolizeiamt Berlin einberufen, 01. 04. 1935 zur Staatspolizeistelle Erfurt versetzt, 15. 05. 1935 – 01. 02. 1936 kommissarischer Leiter der Staatspolizeistelle Erfurt, 15. 07. 1935 Aufnahme in den SD, 15. 07. 1935 SS-Untersturmführer, 01. 12. 1935 als Regierungsassessor endgültig in die preußische innere Verwaltung – Geheime Staatspolizei – übernommen, 01. 02. 1936 – April 1938 Leiter der Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Köln (Staatspolizeistelle Köln), 27. 10. – 21. 12. 1936 militärische Übung bei dem I/Flak-Regiment 19 als Kanonier, 21 .12. 1936 Unterführer-Anwärter (Wehrmacht), 28. 10. 1936 SS-Obersturmführer (mit Patent vom 09. 11. 1936), 15. 03. – 15. 05. 1937 militärische Übung bei dem I/Flak-Regiment 19, Mai 1937 Gefreiter d. R. und Reserve-Offizier-Anwärter, später Unteroffizier d. R., 01. 01. 1938 Regierungsrat, April 1938 – 30. 11. 1939 Leiter der Staatspolizeistelle Klagenfurt, 28. 09. 1938 SS-Sturmbannführer (mit Patent vom 01. 08. 1938).

01. 12. 1939 – 10. 11. 1942 Leiter der Staatspolizeileitstelle München, 08. 04. 1941 Oberregierungsrat, 01. 06. 1941 SS-Obersturmbannführer, 06. 08. – 23. 08. 1941 zugleich beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Inspekteurs der Sicherheitspolizei und des SD in München, 23. 08. – 20. 12. 1941 Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in München, 26. 01. 1942 wegen SS-unwürdigen Verhaltens mit einem strengen Verweis bestraft (1), 26. 01. – 06. 10. 1942 zur Einsatzgruppe B und zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Ostland abgeordnet, Febr. – 06. 10. 1942 Leiter der Abteilung I und II bei dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Ostland, 09. 09. – 06. 10. 1942 Führer des Einsatzkommandos 8 der Einsatzgruppe B, 07. 10. 1942 – 30. 06. 1943 Führer des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe A (Krasnogwardeisk), 30. 06. – Okt. 1943 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD für den Generalbezirk Weißruthenien (Minsk), zugleich Führer des Sonderkommandos 1b der Einsatzgruppe A.

Okt. – Dez. 1943 Leiter der Staatspolizeileitstelle München, 11. 12. 1943 – 10. 12. 1944 (bis 23. 06. 1944 kommissarischer) Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Straßburg, 11. 12. 1943 – Jan. 1945 (bis 23. 06. 1944 kommissarischer) Inspekteur (ab 02. 12. 1944 Befehlshaber) der Sicherheitspolizei und des SD für das Gebiet des Wehrkreises V in Stuttgart, 14. 10. 1944 Oberst der Polizei (mit Wirkung vom 01. 10. 1944), 03. 11. 1944 SS-Standartenführer (mit Wirkung vom 09. 11. 1944), Jan. – April 1945 im Amt IV (Gestapo) des RSHA.

11. 07. 1946 durch ein britisches Militärgericht in Wuppertal zum Tode verurteilt, dann an die französischen Behörden übergeben, 17. 05. 1947 durch ein französisches Militärgericht in Strasbourg zum Tode verurteilt.

 

01. 08. 1932 Eintritt in die NSDAP (Nr. 1.269.847), 01. 08. 1932 ehrenamtlicher Rechtsberater der NSDAP-Ortsgruppe Düsseldorf-Friedrichstadt, 01. 08. 1932 Zellenwart der NSDAP, Dez. 1932 Anmeldung bei der NS-Beamten-Arbeitsgemeinschaft, März 1933 Eintritt in den BNSDJ, 01. 05. 1933 Eintritt in die SA, zuletzt SA-Rottenführer, 15. 10. 1934 Eintritt in die SS (Nr. 267.313) als SS-Mann.

 

Q.: Mitt. Andreas Schulz; SS-Dienstaltersliste 1944 Nr. 1342.

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 125688636

 

 


(1) Schreiben des RSHA an RFSS vom 24. 02. 1942: "Gegen den SS-Obersturmbannführer Isselhorst wurde hier ein SS-Disziplinarverfahren durchgeführt. Isselhorst hatte als Leiter der Stapoleitstelle München seine Pflichten als Führer in gröblichster Weise verletzt. Er hat aus der Gefängnisküche Butter und Fleisch ohne Marken bezogen. Außerdem hat er einen wegen kommunistischer Umtriebe einsitzenden weiblichen Häftling in seiner Wohnung als Schneiderin beschäftigt. Schließlich hat er den Kraftfahrer Zitzler, der sich erheblich gegen die Kriegswirtschaftsverordnung vergangen hatte, nicht nur nicht bestraft, sondern die Angelegenheit vollkommen totgeschwiegen. Isselhorst wurde gemäß C 1 c DBO. durch Verfügung vom 26. 01. 1942 mit einem strengen Verweis bestraft. Außerdem hat der Chef der Sipo und des SD angeordnet, daß Isselhorst auf die Dauer von 2 Jahren nicht befördert wird."

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Isselhorst, Erich, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/isselhorst-erich> (10. September 2012).

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