Hellmuth, Otto

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Otto Hellmuth
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Otto Hellmuth

Dr. med. dent.

* 22. 07. 1896 Markt Einersheim/BA Scheinfeld, † 19./20. 04. 1968 Reutlingen (1); kath.

 

Volksschule, Real- und Oberrealschule, 1914 – 1918 Kriegsdienst, April 1919 Abitur, April 1919 – 1922 Studium der Zahnmedizin an den Universitäten Freiburg und Würzburg, 1922 Promotion, danach Zahnarzt in Markt Einersheim und Marktbreit.

10. 04. 1934 als Politischer Beauftragter der Staatsregierung mit der politischen Leitung der Regierung Unterfranken beauftr., 05. 07. 1934 – 1945 Regierungspräsident der Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg (ab 1937 Mainfranken), Herausgeber von "Fränkische Volks-Nationalstimme", "Braune Sonntagspost" und "Aschaffenburger Zeitung", Leiter des "Hellmuth-Plans" (Rhön- und Spessartaufbauplan), 1935 – 1945 hauptamtlicher Gauleiter des Gaus Mainfranken der NSDAP, 17. 02. 1939 mit den städtebaulichen Maßnahmen für Würzburg beauftragt, 22. 09. 1939 Mitglied des Verteidigungsausschusses des Wehrkreises XIII, 09. 11. 1939 NSKK-Obergruppenführer, 15. 11. 1940 – 1945 Gauwohnungskommissar des Gaus Mainfranken, 06. 04. 1942 – 1945 Beauftragter des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz für den Gau Mainfranken, 16. 11. 1942 – 1945 Reichsverteidigungskommissar für den Gau Mainfranken, 25. 09. 1944 – 1945 Führer des Deutschen Volkssturms im Gau Mainfranken.

Mai 1945 Flucht nach Tirol, dort in amerikanische Gefangenschaft geraten, aber entflohen, praktizierte dann unter dem falschen Namen Hans Oster bei einer Zahnärztin in Bassum bei Bremen, im Mai 1947 entdeckt, von den Amerikanern verhaftet und in das Gefängnis nach Regensburg gebracht, im Okt. 1947 in Dachau von einem amerikanischen Militärgericht wegen des Befehls zur Erschießung eines amerikanischen Fliegers zum Tode durch den Strang verurteilt, dann zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt, im Okt. 1951 in der Revisionsverhandlung Umwandlung der Strafe in 20 Jahre Gefängnis, 18. 06. 1955 wegen guter Führung vorzeitig aus der Haftanstalt Landsberg entlassen, siedelte zunächst nach Kassel um, 1958 Zahnarzt in Reutlingen.

 

1919 Volkswehrregiment Würzburg, 1919 – 1922 Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund, 1920 Gründer des völkischen Bundes Frankenland (Würzburg), 1922 NSDAP, 05. 04. 1925 Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe Würzburg, 03. 12. 1925 offizielle Wiederaufnahme in die NSDAP (Nr. 22.815), 1924 Landtagskandidat des Völkischen Blocks im Wahlkreis Unterfranken, 1926 – 1933 Stadtrat in Marktbreit, 1928 – 14. 10. 1933 MdL-Bayern, 01. 10. 1928 – 1935 ehrenamtlicher Gauleiter des Untergaus Unterfranken der NSDAP (Würzburg), Herausgeber von "Mainzeitung", "Marktbreiter Wochenblatt", "Volksstimme", "Der Franke", "Die Hilfe", "Nationalstimme", "Freiheit", "Fränkisches Volk" und "Mainfränkische Zeitung", Nov. 1933 – 1945 MdR, 05. 09. 1938 NSKK-Gruppenführer, Mitglied des Vorstands der Fränkische Tiefbohr GmbH, München, Mitglied des Aufsichtsrats der Ueberlandwerk Mainfranken AG, Würzburg, Leiter der Abawerke GmbH Präzisions-Werkzeugfabrik, Aschaffenburg (vom Reichswirtschaftsministerium mit der Führung beauftragt). 

 

Bildnachweis: Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann, Bildnummer: hoff-1565/ hoff-1564.

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 122215087

 

 


(1) Das genaue Todesdatum konnte nicht ermittelt werden: Hellmuth starb im April 1968, vermutlich am 19. 04. 1968, und wurde am 20. 04. 1968 in seiner Wohnung tot aufgefunden.

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Hellmuth, Otto, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/hellmuth-otto> (09. Oktober 2012).

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