Dippold, Hans

* 21.11.1876 Erlangen, † 19.12.1958 Neuendettelsau; evang.

 

Gymnasium Erlangen, Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen (1895/96 und 1896–1899) und München (1896). 18.09.1899–1903 Vorbereitungsdienst bei den Amtsgerichten Bamberg (bis 10.12.1899) und Erlangen (bis 17.06.1900), beim Landgericht Nürnberg (bis 17.03.1901), beim Bezirksamt Erlangen (bis 17.03.1902) und bei den Rechtsanwälten Dr. Teusch und Dr. Hallinger in Nürnberg (bis 17.09.1902). Dezember 1902 Große Staatsprüfung, 02.01.–13.04.1903 geprüfter Rechtspraktikant beim Bezirksamt Erlangen, April 1903 geprüfter Rechtspraktikant bei der Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, später Akzessist, 01.06.1906 Bezirksamtsassessor in Kissingen, Oktober 1911 in Bayreuth.

01.02.1917 Regierungsassessor bei der Regierung von Niederbayern, Kammer des Innern, Frühjahr 1917–Ende 1918 Verwesung des Bezirksamts Ochsenfurt. Ende 1918 Regierung von Unterfranken (KdI), April 1919 aushilfsweise der Regierung von Mittelfranken zugeteilt, Juni 1919 dorthin versetzt. November 1923 Oberregierungsrat, 01.08.1934 Regierungsdirektor bei der Regierung von Ober- und Mittelfranken (Kammer des Innern), zugleich vertrw. mit der Verwaltung der Stelle des Regierungspräsidenten betraut. 01.11.1935 Regierungspräsident von Ober- und Mittelfranken, 01.01.1944 i.R.

10.05.1945 im "automatic arrest", 02.04.1947 aus dem Lager Langwasser entlassen, 03.05.1948 von der Spruchkammer Ansbach-Land in die Gruppe III ("Minderbelastete") eingestuft, zu zwei Monaten Haft auf Bewährung und 2.000 RM Zahlung an einen Wiedergutmachungsfonds verurteilt, von der Berufungskammer Ansbach später in Einstufung in Gruppe IV ("Mitläufer") und Zahlung einer einmaligen Buße von 800 DM umgewandelt. 1949 Pensionskürzung wegen seiner Verbindung zum Nationalsozialismus, erfolglose Klagen hiergegen beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und beim Bundesverwaltungsgericht.

 

01.05.1933 NSDAP (Nr. 1.868.518). 01.11.1936 Vorsitzender der Bezirksstelle Ansbach (für den Regierungsbezirk Ober- und Mittelfranken) der Landesplanungsgemeinschaft Bayern, Mitglied des Stiftungsrats der Coburger Landesstiftung, Ende März 1942 Mitglied des Aufsichtsrats der Bayerischen Elektrizitäts-Lieferungsgesellschaft AG Bayreuth, Juni 1942 Mitglied des Aufsichtsrats der Überlandwerke Oberfranken AG in Bamberg, Vorstand der Oberfrankenstiftung, 1939 Mitglied des Landesfremdenverkehrsverbandes Bayerische Ostmark, 04.11.1943 Ehrensenator der Universität Erlangen. 

 

Q.: Deutinger, NS-Regierungspräsidenten, S. 391, Fußn. 40; Taschenbuch Verwaltungsbeamte 1941; BayHSTA MInn 83374; BArch R 1501/5790; Nöth/ Rupprecht, S. 356–365 (Herbert Schott).

 

Weitere Informationen:

BLO-Personensuche

GND 129380415

 

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Lilla: Dippold, Hans, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945, URL: <https://verwaltungshandbuch.bayerische-landesbibliothek-online.de/dippold-hans> (02. Dezember 2014).

Hinweis: Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.